Denken auf Papier sorgt für Klarheit
Posted on | Juni 12, 2009 |
Heute geht es ausnahmsweise nicht um Erfolg und Motivation, sondern um Produktivität und klare Denken. Ehrlich gesagt ist das Thema etwas komisch und ungewöhnlich, aber es hat mir sehr geholfen und ich wollte Ihnen davon erzählen.
Diesen Ratschlag habe ich vor einigen Jahren in eine CD-Programm von Brian Tracy gefunden und er hat mir seitdem gute Dienste geleistet. Wir denken schnell und oft unstrukturiert. Ein Gedanke konkurriert mit dem nächsten und wir wissen oft nicht, woran wir vor einigen Minuten gedacht haben. Es ist als würden die Gedanken in unserem Kopf durcheinanderfliegen und miteinander konkurrieren.
Deshalb muss man einen Weg finden um sie “festzuhalten”. Zum Beispiel durch das Aussprechen oder Aufschreiben der wichtigsten Gedanken zu einem Thema. Dadurch muss man auf viele Ideen verzichten, weil man viel schneller denkt als schreibt. Man konzentriert sich also auf das Wesentliche.
Die Gewohnheit auf Papier zu denken hilft seine Gedanken zu organisieren und geordneter nachzudenken. Hier sind einige Beispiele wie ich das nutze.
Beispiel 1:
Falls ich eine wichtige Entscheidung treffen muss, nehme ich ein Blatt Papier zur Hand und erstelle eine Tabelle, die in etwa so aussieht:
+ -
________________________________________
* *
* *
* *
Anschließend notiere ich einfach was die Vorteile und die Nachteile sind, wenn ich mich für die eine oder andere Lösung entscheide. Oft gibt es einen deutlichen Gewinner und diese Argumente dienen auch später als Sicherheit, falls man Zweifel hat. Das letzte Mal, als ich diese Methode benutzt habe, war vor meinem Entschluss mich aus dem Internet Marketing zurückzuziehen. Die negative Seite war deutlich umfangreicher also habe ich mich dagegen entschieden.
Beispiel 2:
Wenn mit spontan etwas einfällt, das ich in den nächsten Tagen erledigen möchte, nehme ich einen kleinen Notizzettel zur Hand und schreibe es gleich auf. Genauso ist es bei Ideen, die gut sind und in Zukunft hilfreich sein könnten. Wenn es zuviele Zettel werden, ordne ich sie und schreibe die einzelnen Punkte (falls sie nicht bereits erledigt sind) auf ein großes DINA4-Blatt. In einigen Fällen verwende ich kleine Karteikärtchen, so dass ich die Ideen zu einem Thema organsieren und später nutzen kann, wenn ich sie brauche.
Ich habe auch versucht ständig ein kleines Notizheft mit mir zu tragen, falls mir Ideen beim Spazierengehen, Joggen oder Busfahren kommen, aber bislang konnte ich mir nicht angewöhnen es regelmäßig zu benutzen.
Beispiel 3:
Inzwischen führe ich - wenn auch unregelmäßig - ein Tagebuch und es besteht zum Teil aus meinen Erlebnissen und Gedanken. Es hilft wirklich sehr die wichtigen Dinge in seinem Leben als zusammenhängenden Text aufzuschreiben. Beispielsweise ist es besser seine Ziele als Text und in ganzen Sätzen auszuschreiben als bloß einige Stichworte zu notieren.
Durch das Schreiben wird man gezwungen geordneter zu denken und indem man in den Text eine Struktur einbringt, wirkt sich das letztendlich auch auf das Denken aus. Das heißt, man wird sich bewusst, was man eigentlich sagen/denken möchte und nachdem man es aufgeschrieben hat, ist es als hätte man sich von einer gewissen Anspannung befreit.
Wenn man nur über eine Sache nachdenkt, gibt es keinen Anfang und kein Ende. Manchmal besteht auch die Gefahr, dass man sich im Kreis dreht oder zu sehr von seinen Emotionen beeinflusst wird. Durch das Aufschreiben seiner Gedanken wird man also in gewissem Sinne auch nüchterner, aber gleichzeitig sicherer.
Beispiel 4:
Wenn ich mir ein Audioprogramm zum Thema Erfolg anhöre, einen Text über Motivation oder ein Buch über das Direktmarketing lese, mache ich mir immer Notizen dazu. In Bücher schreibe ich die Anmerkungen an den Rand und unterstreiche Wichtiges. Bei Audioprogrammen nehme ich mit einige DINA4-Blätter und schreibe neue/wichtige Ideen als Stichpunkte auf, so dass ich später jederzeit auf die Notizen zu einem bestimmten Kurs zurückgreifen kann.
Ich lese sehr selten Texte am Computer, sondern drucke sie mir stattdessen aus. Falls ein Text es nicht wert ist ausgedruckt zu werden, ist er oft auch nicht wert gelesen zu werden. Das dient also gleichzeitig als Auswahlkriterium was ich überhaupt lese.
Falls mir ein Text nicht gefällt oder nicht die Antworten enthält, die ich suche, werfe ich ihn meistens weg. Bücher lege ich so schnell wie möglich zur Seite, wenn sie mich nicht weiterbringen. In den meisten Fällen weiß ich bereits nach 20 Minuten, ob es sich lohnen wird ein Buch zu lesen oder nicht. Das bedeutet, dass ich streng selektiv lese. Die Fragen “Was ist mein Ziel?” und “Was will ich hier erfahren?” stehen immer im Vordergrund.
Ok, das waren nur einige Beispiele wie ich Papier nutze um darauf zu denken. Und wenn ich Papier schreibe, meine ich auch Papier. Es ist wirklich ein Unterschied, ob man es am PC oder Laptop macht oder ganz altmodisch mit Stift und Papier. Ich denke, man sollte den Computer dort benutzen, wo man durch ihn einen Vorteil hat. Ansonsten läuft man Gefahr so zu enden wie die Menschen, die sich keine Armbanduhr kaufen wollen und ihr Handy als Uhr benutzen. Irgendwie fällt es ihnen nicht auf, dass eine Uhr am Arm praktischer ist als jedesmal in seiner Tasche zu suchen, wenn man die Uhrzeit wissen will.
Das Papier wird aus unserem Leben verdrängt, weil es scheinbar spannendere und modischere Wege gibt um seine Arbeit zu erledigen, aber ich denke zu Unrecht. Es gibt keinen besseren Weg um seine Gedanken in eine geordnete, strukturierte Form zu bringen und sich zu konzentrieren als auf altmodischem, langweiligen, uncoolem Papier zu denken.
Comments
One Response to “Denken auf Papier sorgt für Klarheit”
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Juni 14th, 2009 @ 11:53
ich will jemanden haben der mir meinen text in stichpunkte macht bitte