Die Macht der Gedanken

Wie Ihre Gedanken Ihr Leben formen

Das Visualisieren richtig nutzen

Posted on | Juni 12, 2009 |

Durch Visualisierungen sind wir in der Lage unser Wohlbefinden, unsere geistige Einstellung und unsere Körperhaltung augenblicklich zu verändern. Das ist die kurzfristige Auswirkung des Visualisierens, doch die langfristige ist noch bedeutender.

Durch regelmäßiges Visualisieren lässt sich der Geist, aber auch der Körper, auf ein ein gewünschtes Ereignis programmieren. Indem man seine Ziele visualisiert, programmiert man sein Unterbewusstsein, denn es wird vor allem durch Bilder und Gefühle beeinflusst.

Genau das versucht man durch das Visualisieren zu erreichen. Doch man sollte nicht den Fehler machen Visualisierungen als ein esoterisches Wundermittel abzutun. Ich sage es gleich zu Beginn: Erwarten Sie nicht, dass alle Ihre Wünsche wahr werden, weil Sie fünf Minuten täglich Ihre Ziele visualisieren.

Das Visualisieren stellt genauso wie Affirmationen, positives Denken oder Zielsetzung nur einen Teil des Erfolgspuzzles dar - es ist EIN Werkzeug und nicht die Antwort auf alle Fragen. Allerdings ist das Visualisieren kein Hokuspokus, sondern wird seit Jahrzehnten von erfolgreichen Sportlern angewandt.

Diese stellen sich vor einem Wettkampf bewusst vor wie sie gewinnen oder einen neuen Rekord aufstellen. Vermutlich wurde diese Form der “Erfolgsvorbereitung” bereits vor tausenden von Jahren benutzt, meistens unbewusst.

Es ist ganz natürlich, dass unser Geist ein gewünschtes Ergebnis visualisiert, wenn wir ein starkes Verlangen besitzen etwas zu erhalten oder uns zu verändern. Bereits Kinder kennen und nutzen instinktiv die Vorfreude auf ein Ereignis um sich zu motivieren und sie visualisieren ihre Ziele regelmäßig (beispielsweise ein neues Fahrrad) - oft bezeichnet man es als Träumen oder Tagträumen.

Allerdings liegt ein Unterschied zwischen bloßem Dahinträumen oder Stressabbau und gezieltem Visualisieren, denn während man beim ersten ohne Ziel vorgeht und relativ unbeteiligt bleibt, benutzt man beim zweiten seine Vorstellungskraft bewusst um an etwas zu denken und gleichzeitig bestimmte Gefühle zu wecken, wodurch man sich zum Handeln motiviert und sein Unterbewusstsein beeinflusst.

Vielleicht gehören Sie zu den Skeptikern, die nicht an das Visualisieren glauben. In diesem Fall ist der Artikel Die Macht des Unterbewusstseins empfehlenswert. Doch es gibt auch einen sehr einfachen Weg um zu beweisen, dass es funktioniert.

Ein Versuch, der die Wirksamkeit beweist

Stellen Sie sich einfach vor dem Einschlafen im Bett vor wann Sie am nächsten Morgen aufwachen möchten. Denken Sie dabei entspannt an eine große, weiße Uhr mit deutlichen Zeigern, auf der die Uhrzeit angezeigt wird, zu der Sie von Ihrem Unterbewusstsein geweckt werden wollen.

Versuchen Sie nichts zu erzwingen und stellen Sie sich die Uhr deutlich vor bis Sie einschlafen. Das Erstaunliche ist, dass Sie genau zu der gewünschten Uhrzeit aufwachen werden ohne dafür einen Wecker zu benötigen.

Möglicherweise klappt es nicht beim ersten Mal, aber Sie sollten nicht entmutigt aufgeben. Dieser kleine Trick funktioniert wirklich. Bei mir klappt es in mehr als 50% der Fälle und die Abweichung von der gewünschten Weckzeit beträgt weniger als zehn Minuten (also maximal zehn Minuten früher oder später).

Gründe für ein Mißlingen des Versuchs sind vor allem die mangelnde Fähigkeit seine Aufmerksamkeit vor dem Einschlafen auf die Uhrzeit zu lenken und unrealistische Erwartungen. Falls Sie sehr müde sind und bereits nach vier Stunden Schlaf aufwachen wollen, wird es vermutlich nicht funktionieren, da Ihr Körper in dieser Situation vernünftig handelt und Sie zurückhält bis Sie ausgeschlafen sind.

In der Regel ist dieser kleine Versuch jedoch ein sehr guter Beweis für die Wirksamkeit des Visualisierens und des Unterbewusstseins im Allgemeinen. Bei Kindern scheint es besonders gut zu klappen, vermutlich weil sie nicht alles hinterfragen und keine Zweifel haben.

Eine weitere wichtige Funktion ist die sofortige Veränderung des körperlichen sowie geistigen Zustands. Machen Sie dazu folgende Übung:

Stellen Sie sich vor, Sie sind im Urlaub auf einer kleinen Insel in der Karibik. Die Sonne scheint den ganzen Tag, die Menschen sind gelassen und Sie können sich richtig entspannen. Sie liegen gerade im weichen Sand und beobachten das beruhigende Meer, während ein warmer Sonnenwind sie abkühlt und den angenehmen Duft des Meeres zu Ihnen trägt. Sie entschließen sich ein wenig zu schwimmen und später eine einheimische Spezialität zu essen…

Wie fühlen Sie sich bei diesem Szenario? Spüren Sie wie Ihre geistige Einstellung sich sofort verändert, wenn Sie sich vorstellen in dieser Lage zu sein? Doch es geht weiter.

Stellen Sie sich jetzt bildlich vor, wie sich ein Urlaub (vielleicht sogar ein Partyurlaub)  in Ägypten zu einem wahren Horrortrip entwickelt. Das Apartment ist in einem schlechten Zustand. An den Wänden sehen Sie Schimmel, das Bad ist ungeputzt, nebenan ist eine laute Baustelle. Hinzu kommt, dass Sie Probleme mit dem Visum hatten und jetzt bekommen Sie einen Ausschlag von den vielen Mückenstichen und werden wohl heute noch einen Arzt aufsuchen müssen…

Ich erspare Ihnen den Rest. Sie merken schnell wie sich Ihr Körper und Ihre Stimmung abermals verändert - dieses Mal ins Negative. Sie sind also in der Lage durch bewusstes Visualisieren Ihr Energielevel zu erhöhen oder zu senken.

Genauso werden Sie im Leben ganz andere Ergebnisse erhalten, wenn Sie sich oft vorstellen was passiert, wenn Ihre Pläne nicht funktionieren und Sie scheitern, und wenn Sie andererseits daran denken wie es sein wird, wenn Sie Erfolg haben. Indem Sie bewusst Ihre Ziele visualisieren, kommen Sie ihrer Realisierung näher und übernehmen mehr Macht über Ihr Leben. Es gibt zwei wichtige Dinge, die man beim Visualisieren beachten muss:

1. Bilder & Gefühle

Unser Unterbewusstsein wird stark durch Bilder und Gefühle beeinflusst. Deshalb sollten Sie sich bildlich vorstellen wie Sie Erfolg haben und Ihr Ziel erreichen. Es ist wichtig an das Endergebnis zu denken und sich nicht auf den Weg zum Ziel zu konzentrieren, denn dadurch werden mögliche Zweifel und Ängste in den Hintergrund gerückt.

Denken Sie einfach daran wie es sein wird, wenn Sie das erhalten, was Sie sich wünschen - träumen Sie. Malen Sie sich die Situationen und Lebenszustände möglichst bildlich und detailliert aus und stellen Sie sich auch vor wie Sie sich dabei fühlen werden.

Wie werden Sie mit anderen reden? Wie Wird Ihr Leben ablaufen? Was werden die Menschen über Sie sagen? Wo werden Sie wohnen? Werden Sie stolz oder selbstbewusst sein?

Das Wichtige beim Visualisieren ist die Intensität. Mit etwas Übung schafft man es in dieses Träumen richtig einzutauchen und kann den Erfolg fühlen. Es geht dabei auch darum die Vorfreude aufrecht zu erhalten und sich anzutreiben.

2. Regelmäßigkeit

Der zweite wichtige Punkt beim Visualisieren ist - wie bei vielen anderen Erfolgshilfen - die regelmäßige Anwendung. Man sollte jeden Tag sein Ziel visualisieren. Einerseits um sich zu motivieren und andererseits auch um sich immer wieder an sein Ziel zu erinnern, denn nur zu leicht werden wir abgelenkt und verschwenden Zeit mit unwichtigen Dingen.

In diesem Sinne ist das bildliche Vorstellen des eigenen Erfolgs auch eine Form der Konzentration. Falls man am Morgen visualisiert, übernimmt es eine Erinnerungsfunktion und man wird sich viel klarer über die Prioritäten des Tages bewusst.

Die Wirkung des Visualisierens stellt sich oft erst nach Wochen oder gar Monaten ein - unser Unterbewusstsein ist stur und lernt nur langsam, doch falls es einmal richtig programmiert ist, verändert sich die Sicht der Dinge.

Natürlich darf man allein durch regelmäßiges Visualisieren keine Wunder erwarten, falls man zu faul ist um zu handeln. Doch es kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten die Macht des Unterbewusstseins zu nutzen und sein Traumleben zu führen.

Ein großer Vorteil beim Visualisieren ist, dass man es überall tun kann - ob bei der Arbeit, im Zug oder am Strand. Außerdem macht es viel Spaß sich seine Zukunft positiv vorzustellen und man stärkt damit sein Selbstvertrauen.

Falls der Wille oder das Verlangen nach einer Sache bei einem Menschen stark ausgeprägt ist, geschieht das Visualisieren ganz automatisch - es ist natürlich. Einem verliebten Menschen muss man nicht erst sagen, dass er seine große Liebe visualisieren muss - er tut es bereits.

Doch auch falls man noch kein brennendes Verlangen nach seinem Ziel entwickelt hat und nicht voller Tatendrang und Ehrgeiz ist, kann man seinen Glauben durch regelmäßiges Visualisieren stärken. Das größte Geschenk, das man sich selbst machen kann, ist einen unerschütterlichen Glauben an sich selbst zu entwickeln.

Wie genau Sie beim Visualisieren vorgehen, ist nicht wichtig. Die Hauptsache ist, dass Sie sich dabei wohl fühlen. Manche Menschen hören dabei Musik, andere bevorzugen völlige Stille und einige richten sich eine “Visualisierungsecke” in der Wohnung ein, wo sie entspannen können.

Die besten Zeiten für das Visualisieren sind morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen. Zu diesen Zeiten ist das Unterbewusstsein besonders beeinflussbar. Zusätzlich ist es besonders angenehm abends einzuschlafen, indem man an seine tolle Zukunft denkt.

Die Dauer des Visualisierens ist auch nicht entscheidend - vor allem die Intensität ist wichtig. Ich mache es meistens für 10-15 Minuten. Dabei schließe ich die Augen und setze mich in einen gemütlichen Sessel (den ich fast nur zum Visualisieren benutze).

Das Visualisieren hat eine kurzfristige Komponente (Wohlbefinden, Optimismus, mehr Energie, Konzentration aufs Ziel) und eine langfristige (Programmierung des Unterbewusstseins, Verankerung des Wunsches, mehr Selbstvertrauen, stärkerer Glaube an sich selbst).

Alles im Leben ist eine Wahl. Es liegt an Ihnen, ob Sie Ihre Ziele visualisieren oder nicht, aber falls Sie es wirklich ernst meinen, sollten Sie darauf nicht verzichten - es sind schließlich nur einige Minuten täglich.
Hier sind noch einige abschließende Anmerkungen zum Visualisieren:

- Ein häufiger Fehler beim Visualisieren ist viel zu schnell vorzugehen und die Bilder und Szenen regelrecht zu überfliegen. Stattdessen sollten Sie sich einige wenige Szenen aussuchen und sie möglichst langsam bzw. möglichst realitätsnah in Gedanken ausführen (also auch im gleichen Tempo). Falls Sie jede fünf Sekunden die Szene wechseln, werden die Bilder und Gefühle nur flüchtig sein und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.

- Falls Sie mehr über das Visualisieren im Sport erfahren wollen, suchen Sie Informationen über das Mentale Training. Dort wurden auch die Auswirkungen des Visualisierens auf den Körper nachgewiesen. Durch das Vorstellen eines Trainings wurden die körperlichen Leistungen des Sportlers besser ohne dass er sich bewegt hätte.

- Manche Menschen verwenden das Visualisieren morgens um sich vorzustellen wie sie die wichtigen Dinge des Tages erledigen und ihre To-Do-Liste abarbeiten. Dadurch fällt es ihnen viel leichter sich an den eigenen Tagesplan zu halten. Stellen Sie sich dabei einfach für 10 Minuten vor wie Sie die 2-3 wichtigsten Vorhaben des anstehenden Tages erfolgreich zu Ende bringen.

Comments

Leave a Reply